Einordnung von VPN-Diensten

Virtual Private Networks (VPN) werden häufig als universelle Lösung für Sicherheit und Privatsphäre im Internet thematisiert. Diese Seite dient dazu, die technischen Möglichkeiten und Grenzen dieser Dienste sachlich einzuordnen.

Im Gegensatz zu marketingorientierten Darstellungen liegt der Fokus hier auf der dokumentierten technischen Infrastruktur sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen der jeweiligen Anbieter.

Was ein VPN leisten kann / was nicht

Ein VPN kann:

  • Datenverkehr in ungesicherten öffentlichen Netzwerken verschlüsseln.
  • Die IP-Adresse gegenüber besuchten Webseiten verbergen.
  • Einfaches Tracking auf Basis der IP-Adresse erschweren.
  • Geografische Zugriffsbeschränkungen umgehen, sofern dies mit geltendem Recht vereinbar ist.

Ein VPN kann nicht:

  • Vollständige Anonymität im Internet garantieren.
  • Vor gezielter staatlicher Überwachung schützen.
  • Tracking durch Browser-Fingerprinting oder Cookies unterbinden.
  • Schutz vor Schadsoftware oder Phishing-Angriffen ersetzen.

Methodik & Bewertungskriterien

Die hier gelisteten Dienste werden anhand folgender Kriterien betrachtet:

Überblick der Anbieter

Die folgenden Anbieter stellen etablierte kommerzielle Lösungen dar, die sich in ihrer Ausrichtung und technischen Basis unterscheiden.

NordVPN

NordVPN ist ein breit aufgestellter Dienst mit Sitz in Panama, was außerhalb der direkten 14-Eyes-Überwachungsallianz liegt.

Geeignet für: Verschlüsselung des alltäglichen Datenverkehrs und Szenarien, die eine hohe Serververfügbarkeit erfordern.

Technische Einordnung: Nutzt das Protokoll „NordLynx“ (basierend auf WireGuard). Bietet Zusatzfunktionen wie dedizierte IP-Adressen.

Transparenz & Einschränkungen: Regelmäßige No-Log-Audits durch externe Prüfer. Das Unternehmen betreibt eine umfassende öffentliche Kommunikation.

→ Zur Website von NordVPN

Surfshark

Surfshark operiert unter niederländischer Jurisdiktion und verzichtet in seinen Tarifen auf eine Beschränkung der gleichzeitig genutzten Geräte.

Geeignet für: Nutzung auf einer Vielzahl von Endgeräten sowie zur Reduktion von Werbung auf DNS-Ebene.

Technische Einordnung: Die Infrastruktur basiert auf RAM-only Servern, was die dauerhafte Speicherung von Nutzungsdaten technisch erschwert.

Transparenz & Einschränkungen: Gehört zur gleichen Unternehmensgruppe wie NordVPN, wird jedoch als eigenständige Marke geführt.

→ Zur Surfshark Website

Proton VPN

Ein Schweizer Dienst, der aus dem Umfeld des CERN hervorgegangen ist und eng in das Ökosystem von Proton Mail integriert ist.

Geeignet für: Nutzer mit Fokus auf Transparenz und Integration in privatsphäre-orientierte Dienste.

Technische Einordnung: Die Client-Anwendungen sind als Open Source veröffentlicht. Verfügt über „Secure Core“-Server in besonders gesicherten Rechenzentren.

Transparenz & Einschränkungen: Starke rechtliche Position durch Schweizer Datenschutzgesetze. Eine detaillierte Analyse findet sich in der Proton Einordnung.

→ Zur Website von Proton VPN

hide.me

Ein langjähriger Anbieter mit Sitz in Malaysia, der einen Schwerpunkt auf die manuelle Konfigurierbarkeit der Verbindungen legt.

Geeignet für: Technisch versierte Anwender, die VPN-Verbindungen auf Routern implementieren.

Technische Einordnung: Unterstützt eine breite Auswahl an Protokollen und bietet umfassende native IPv6-Unterstützung.

Transparenz & Einschränkungen: Unterzog sich bereits 2015 einem frühen No-Log-Audit. Die Anwendungen sind sehr funktional orientiert.

→ Zum Angebot von hide.me

Transparenz

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Die Auswahl und technische Einordnung der Werkzeuge erfolgt unabhängig von einer möglichen Vergütung auf Basis der dargelegten Kriterien.